Das Nichtereignis – Wenn Übergänge nicht beendet werden

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Die meisten Übergänge über die wir sprechen sind lebensverändernde Übergänge mit sowohl positiven, als auch negativen Auswirkungen auf eine Person oder mehrere Personen und ihr soziales Umfeld.

Doch was passiert, wenn das Erwartete, Befürchtete oder Erhoffte ausbleibt?

Wenn wir die Abschlussprüfung nicht bestehen, die Hochzeit abgesagt wird, eine Kollegin die Kündigung zurückzieht und einfach weiterarbeiten wird, der Umzug in eine andere Stadt nicht klappt, das Kind einen anderes Leben führt als die Eltern sich erhofft haben, der Rentenbezug verschoben wird, Projektgelder vor dem Abschluss gestrichen werden und so Ziele nicht erreicht werden?

Bei Übergängen gibt es einen Zwischenraum. Das ist ein Raum in dem wir uns befinden wenn wir wissen, dass es losgeht und noch nicht am Ziel sind. In dem Moment wenn ein Ziel, ein Wunsch oder ein Plan nicht mehr realisierbar ist, fehlt uns der Abschluss des Übergangs und wir sind weiter in diesem Zwischenraum.

Bei manchen Übergängen kann das Erleichterung oder Freude auslösen, hier fällt es uns leicht den Übergang abzuschließen. Doch wenn wir in diesem Zwischenraum mit negativen Gefühlen bleiben und keinen Abschluss finden, kann sich das auf unsere seelische und körperliche Gesundheit auswirken.

Ein erster wichtiger Schritt kann die Wahrnehmung sein, dass der Übergang nicht wie gedacht stattfindet. Mit allen Gefühlen und Gedanken, ohne Bewertung. Da kann die Erschöpfung nach all der Mühe, die Trauer über Abschied, die Wut über Entscheidungen anderer Menschen, das schlechte Gewissen wegen der heimlichen Erleichterung, die Enttäuschung über verlorene Hoffnung, die Frustration über unfaire oder zufällige Situationen oder noch vieles mehr sein.

Ein nächster möglicher Schritt kann Selbstfürsorge sein: Was brauche ich gerade? Was wünsche ich mir? Was kann ich jetzt in diesem Moment für mich tun? Trinke ich erstmal einen Tee? Wann war ich das letzte Mal spazieren? Was könnte meine Freundin dazu sagen? Habe ich genug geschlafen, gegessen und getrunken? Wünsche ich mir Kreativität, Bewegung, Ruhe oder vielleicht Spiritualität?

Und dann kann da die Frage sein: Möchte ich eigentlich bewusst Abschied nehmen und wie kann das aussehen?

Erste Veröffentlichung: 15.06.2026 – Janna Visser

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